1. “Boxed” / Mike Oldfield
Die erste Box, die meines Wissens den Namen „Boxed“ trug, veröffentlichte Virgin Records 1976. Sie beinhaltete die drei ersten LPs von Mike Oldfield, Tubular Bells, Hergest Ridge und Ommadown, sowie eine LP namens Collaborations. Beigelegt war ein sehr schönes Heft, das man aufgrund seines vollen Formats noch nicht ,Booklet‘ nennen musste. Alle vier Platten waren in „quad“ remixed. Und man konnte sich schon einmal daran gewöhnen, dass zumindest die Tubular Bells alle Jahre wieder in neuen Versionen auf den Markt kommen sollte, so als Jubiläums-Ausgabe, Remix, Remaster und vollkommene Neuaufnahme.
1989 erschien Boxed dann als 3 CD-Box, wobei man die Collaborations-Aufnahmen auf die drei anderen CDs verteilt hat. Auf diese Tracks kommt es dem Sammler jedoch an. Neben den hinlänglich bekannten Instrumentals „Portsmouth“ und „In dulci jubilo“ handelt es sich um Stücke, die heute noch als Raritäten gelten. Das liegt unter anderem daran, dass drei von ihnen zwar vorher schon veröffentlicht waren, aber nicht unter Oldfields Namen. Zwei davon sind Collaborationen mit David Bedford. Sehr empfehlenswert ist ein drittes Stück mit Bedford: „First excursion“. Bedford spielt Flügel und Synthesizer, Oldfield dazu eine wundervolle E-Gitarre. Auf guten MO-Best Ofs ist dieses Stück meist dabei. Seltener wiederum, und das mit Recht, findet man „Speak (tho‘ you only say farewell)“. Bedford spielt Flügel, dazu singen er und Mike um die Wette, das Ergebnis schwankt zwischen Komik und Grauen. Das Experiment, selbst zu singen, hat Oldfield nur noch auf „Pictures in the dark“ und auf der CD „Heaven‘s open“ wiederholt – und da hatte er zuvor Gesangsunterricht genommen. Gitarre spielen kann er eindeutig besser.
Übrigens: Die Original-Box kam 1976 immerhin auf Platz 22 der UK-Albumcharts.
Meine Oldfield-Tipps, abgesehen von seinen zahlreichen Pop-Hits in den Achtzigern: „Incantations“ von 1978 (unbedingt eine remasterte Version besorgen!) und „Music oft he Spheres“ (2008)



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